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Osmanisches Gebiet

Kartentour · 1683–1699 · 7 Stationen · 3 Min. Lesezeit

Von Wien nach Karlowitz

Vom letzten großen Feldzug zum ersten großen Gebietsverlust: ein Krieg von sechzehn Jahren

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14. Juli 1683

Vor Wien

Großwesir Merzifonlu Kara Mustafa Pascha erschien am 14. Juli 1683 mit einem sehr großen Heer vor Wien. Erstes Ziel des Feldzugs waren die Festungen Raab (Győr) und Komorn gewesen; Mehmed IV., der in Belgrad geblieben war, zeigte sich erstaunt über den Marsch auf Wien. Kaiser Leopold I. überließ die Verteidigung Starhemberg und zog sich nach Linz zurück. Die Karte zeigt die Grenzen dieses Jahres, die letzte große Ausdehnung des Reiches.

12. September 1683

Kahlenberg

Ein Entsatzheer unter dem polnischen König Jan Sobieski besetzte den Kahlenberg und gelangte in den Rücken des osmanischen Heeres. In der Schlacht vom 12. September brach zuerst der rechte Flügel zusammen; als die vom Krim-Khan erwartete Hilfe ausblieb, auch der linke. Kara Mustafa Pascha hielt das Zentrum fünf, sechs Stunden und musste dann weichen. Er wollte in Belgrad überwintern und das Heer neu aufstellen, wurde dort aber am 25. Dezember 1683 hingerichtet.

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2. September 1686

Ofen fällt

Die Niederlage vor Wien zeigte, dass sich das alte Gleichgewicht verschoben hatte: Österreich, Polen und Venedig schlossen sich zur Heiligen Liga zusammen, Russland trat später bei. Erstes Ziel waren Ofen und Ungarn. Im Sommer 1686 belagerte ein gewaltiges Heer Ofen; mit dem Generalsturm vom 2. September fiel die seit 1541 osmanische Stadt, Mittelungarn ging verloren. Neuhäusel (Uyvar) war schon im Jahr zuvor verloren gegangen.

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August – November 1687

Ein zweites Mohács und eine Absetzung

Im August 1687 wurde bei Mohács, wo Süleyman der Prächtige 1526 gesiegt hatte, diesmal das osmanische Heer geschlagen. Die Soldaten, die ihren Sold nicht erhalten haben wollten, meuterten und zogen nach Istanbul; am 8. November 1687 wurde Mehmed IV. abgesetzt, sein Bruder Süleyman II. bestieg den Thron. Im selben Jahr gingen Siebenbürgen und Slawonien an die Habsburger, und Venedig vollendete die 1685 begonnene Eroberung der Morea.

1688 – 1690

Belgrad verloren und zurückerobert

Der Rückzug reichte bis Belgrad: 1688 fiel die Stadt an die Österreicher. Köprülüzade Fazıl Mustafa Pascha eroberte sie 1690 zurück. Entlang der Grenze waren die Festungen jedoch eine nach der anderen gefallen: Požega 1688, Lika 1689, Kanizsa 1690. Da Belgrad nur kurz verloren war, behält es auf der Karte die osmanische Farbe.

11. September 1697

Zenta

Mustafa II. war zum dritten Mal an der Spitze des Heeres ins Feld gezogen. Am 11. September 1697, als das Heer bei Zenta die Brücke über die Theiß überquerte, griff das österreichische Heer unter Prinz Eugen an. Die Brücke wurde zerstört, die Soldaten, die nicht mehr hinüberkamen, wurden fast völlig aufgerieben; auch Großwesir Elmas Mehmed Pascha fiel. Österreichische Quellen beziffern die Verluste auf etwa 30.000. Die Festung Asow war schon im Vorjahr an Russland gefallen; der Frieden war nun unausweichlich.

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26. Januar 1699

Karlowitz

Nach zweiundsiebzig Verhandlungstagen wurden in Karlowitz die Verträge unterzeichnet. Ungarn und Siebenbürgen fielen an Österreich, Podolien und Kamenez an Polen, die Morea an Venedig; Temeswar (das Banat) blieb osmanisch. Mit Russland kam nur ein zweijähriger Waffenstillstand zustande; der Frieden wurde am 14. Juli 1700 in Istanbul geschlossen und Asow an Russland abgetreten. Zum ersten Mal gab der Staat an einem Verhandlungstisch so viel Land ab.

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Ende der Tour

Die Texte beruhen auf den unten genannten Artikeln der TDV-Enzyklopädie des Islam. Die Grenzen stammen aus den Gebietsdaten des Atlas und sind Näherungen; siehe Methodenseite.

Quellen

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